VSSÖ Geschäftsführer Mag. Michael Nendwich im Gespräch

Mit Michael Nendwich, 39, übernimmt seit Oktober ein langjähriger Branchenkenner und erfahrener Unternehmer in der Sportbranche diese Funktion vom langjährigen Obmann des Berufszweiges Sportartikelhandel Ernst Aichinger. Die Ziele des studierten Sportwissenschaftlers sind klar: Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Sportfachhandel in Österreich verbessern und das Berufsbild aufwerten.

Der Sportfachhandel ist häufig mit umfassenden Normen und komplexen Richtlinien konfrontiert, die schwierig zu durchschauen sind und vielfach an den Anforderungen des Sportfachhandels vorbeigehen. Hier wollen wir eine starke Stimme für unsere Mitglieder sein und diese Rahmenbedingungen schon auf EU-Ebene aktiv mitgestalten, präzisiert Nendwich seinen Anspruch an die neue Rolle.

Herr Nendwich: Sie sind nun in der WK für die Sport & Freizeitwirtschaft zuständig. Was sind die wichtigsten Themen und Herausforderungen?
Für uns Sportartikelhändler gibt es viele Herausforderungen in den nächsten Jahren. Zwei Bereiche sind dabei besonders hervorzustreichen. Zum einen wollen wir die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessern. Mit der Reform der Gewerbeordnung und der Liberalisierung der Teilgewerbe ist uns dabei bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gelungen. Und zum anderen wollen wir den stationären Handel durch ein intensives Aus- und Weiterbildungsprogramm stärken.

Wie wichtig ist für Sie die Verknüpfung zwischen Sport & Wirtschaft? Ist es geplant die aktuelle Studie über die wirtschaftliche Bedeutung des Sports zu evaluieren?
Für den Sportartikelhandel ist die Verknüpfung zwischen Sport und Wirtschaft das tägliche Brot. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit knapp € 2,57 Mrd. Gesamtumsatz mit Sportartikeln ist Österreich international Spitzenreiter! Wie wichtig der Sportartikelhandel und gute Beratung für die Österreicher ist, zeigt auch der Umstand, dass die unabhängigen Spezialisten 2011 einen Anteil von 8% und 2015 bereits 13% Marktanteil hatten.

Warum unterstützen Sie die Initiative zur „Sport Leading Company“?

Das Umfeld wird auch im Sportartikelhandel immer kompetitiver. Nach der Übernahme von Sport Eybl durch Sports Direct hat sich der Markt wieder konsolidiert und es entstehen neue Flächen. In diesem Umfeld ist es wichtig die eigenen Stärken herauszustreichen und die individuellen Stärken deutlich zu kommunizieren. Als Sport Leading Company kann man durch das Durchlaufen des Zertifizierungsvorganges zeigen, dass man den heutigen Anforderungen gewachsen ist.

Was sind Ihre nächsten Schwerpunkte?

Unsere Branche wird immer technischer und geht mit dem Fortschritt. Das bedeutet, dass wir gut ausgebildete und hoch spezialisierte Mitarbeiter benötigen, die mit E-Bikes und elektronischen Prüfgera?ten für Skibindungen genauso umgehen können, wie mit Fitnessgeräten, Wearables und vielem mehr. Um den hohen Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden, brauchen wir dafür einen neuen Lehrberuf: Den Sporttechniker. Wir haben bereits ein neues Berufsbild, Lehrinhalte und auch einen Standort entwickelt bzw. gefunden und sind jetzt gerade dabei mit den Arbeitnehmervertretern über die Umsetzung zu verhandeln.